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Das Sommercamp der Zuversichtskirche

Das Sommercamp der Zuversichtskirche


# Zuversichtskirche
Veröffentlicht am Mittwoch, 2. Juni 2021, 07:59 Uhr

Re-Use des Naturstein-Fußbodens in der Zuversichtskirche kann das Leben indischer Kindersklaven verbessern

 

Zunächst scheint es keinen Zusammenhang zwischen dem Schicksal unseres Fußbodens und indischen Kindern zu geben. Denn für die meisten Menschen ist es unvorstellbar, dass in indischen Steinbrüchen Kinderarbeit an der Tagesordnung ist. Aber mittlerweile ist es dank investigativen Journalismus bekannt, dass mindestens 150.000 Kinder in indischen Steinbrüchen schuften, darunter mehr Mädchen als Jungen. Viele dieser Kinder werden mit ca. 30 – 40 Jahren an einer Steinstaublunge sterben, denn Arbeitsschutzmaßnahmen, wie sie in Deutschland alltäglich sind, werden ihnen nicht gewährt. Zusätzlich treten durch das Fehlen jeglicher Arbeitsschutzkleidung Verletzungen auf, die die Kinder für ihr Leben zeichnen. In einem sind sich die indischen Inititativgruppen, die sich gegen gesundheitsgefährdende und ausbeuterische Kinderarbeit im eigenen Land engagieren, einig: Nicht nur in Indien muss sich etwas ändern, sondern auch das Konsumentenverhalten in den Abnehmerländer und besonders in Deutschland. Solange es bei uns einen Markt für billig in Indien produzierten Naturstein gibt, solange wird es in Indien Produzenten geben, die zu minimalen Herstellungskosten den Stein schlagen und in Deutschland anbieten. (alle Fakten und Zahlen s. „Kleine Hände – grosser Profit“, Benjamin Pütter, Heyne-Verlag, 2017).

In Kirche, Foyer und Sakristei am Brunsbütteler Damm sind auf 320 qm Naturstein aus Bayern verlegt. Der Bodenbelag mit dem Namen „Solnhofer Platte“gilt als härtester Kalkstein der Welt und wird in Handarbeit geschlagen. Jede Platte ist ein Unikat durch die Fossilien und Dendriten, die im Stein eingeschlossen sind. Während sie diese Zeilen lesen, sind wir im Rahmen unseres generationsübergreifenden Sommercamps dabei, den Fußbodenbelag in ehrenamtlichen Engagement zu reinigen, auszubauen und zu dokumentieren. Dieser ist für den Wiedereinbau im Neubau vorgesehen. Durch diese Maßnahme können wir einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig verhindern, dass in unserem Neubau - ggfs. sogar unwissentlich - Bodenbelag verbaut wird, der mit Kinderarbeit geschlagen wurde. Wie es leider viel zu häufig der Fall ist. Mehr Informationen zu dem Thema Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen erhalten Sie bei Yamuna e.V. (https://yamuna-ev.org/).

Heike Holz