Eine große, vielfältige und spannende Gemeinde

Eine große, vielfältige und spannende Gemeinde


# Über uns
Veröffentlicht am Donnerstag, 14. Januar 2016, 11:11 Uhr
© Viktor Weber

Die evangelische Kirchengemeinde zu Staaken ist ein Teil der Region Staaken im evangelischen Kirchenkreis Spandau. Mit der benachbarten Gemeinde Staaken-Gartenstadt umfasst die Region Staaken das historische Staaken der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Damals zentrierte sich das dörfliche Leben abgesehen von der Hof- und Feldarbeit um die Dorfkirche und die alte Schule, deren einer Teil noch heute das Gemeindehaus an der Dorfkirche bildet. 

Seit 1894 war Pfarrer Walter Pfautsch in Staaken tätig, der erste Staakener Pfarrer seit der Reformationszeit. In seiner Zeit wurde die Gartenstadt Staaken errichtet und am 1.1.1925 wurde die evangelische Gemeinde Staaken-Gartenstadt mit Pfarrer Eduard Lindemeyer eigenständig.

1927 kam Pfarrer Johannes Theile in die Gemeinde zu Staaken und erlebte bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1958 sowohl die Zeit des III. Reiches als auch die Ost-West Teilung der Nachkriegszeit, die in Staaken besonders konsequent, brutal und frühzeitig durchgeführt wurde. Theile erwies sich in den Jahren 1933 bis 1945 als sehr entschiedener Pfarrer der Bekennenden Kirche und ließ im heutigen Cosmarweg für die Bewohner des dortigen Neubaugebietes südlich der Lehrter Bahn das August-Hermann Francke Heim erbauen. Bis 1976 diente es der nach 1945 im politischen Westen gelegenen Dorfkirchengemeinde Staaken als Gemeindehaus. Schon zum 2. Februar 1951 war die politische Teilung Staakens erfolgt auf Grund eines Gebietsaustausches zwischen der Sowjetunion und Großbrittannien, so dass beide Siegermächte einen Flughafen in Berlin erhielten, die Briten in Gatow und die Sowjets in Staaken den ehemaligen Zeppelin-Flughafen.

Die Kirchengemeinde Staaken behielt in den 50er Jahren ihre Einheit bei, obgleich die Bedingungen immer schwieriger wurden, so dass im politisch östlichen Gebiet der Bruderrat Staaken (DDR) gegründet wurde. Erst nach dem Mauerbau am 17. August 1961 wurde zum 1. Januar 1962 auf Weisung des Konsistoriums Berlin-Ost (Grünstraße) die Evangelische Kirchengemeinde Alt-Staaken/Albrechtshof gebildet, welche auch die geographisch westlich der Mauer gelegenen Gebiete der evangelischen Gemeinde Staaken-Gartenstadt umfasste.

Im politischen Westen entstanden im Lauf der Jahrzehnte in Staaken die Luise-Schröder Siedlung und die Rudolf-Wissel Siedlung. Dadurch erhöhte sich die Einwohnerzahl erheblich und seit 1968 bis 1978 entstand die Großsiedlung Heerstraße-Nord. Für diese Siedlung entwickelte der Kirchenkreis Spandau mit Hilfe wesentlicher Impulse des Reformtheologen Ernst Lange (Ladenkirche am Brunsbütteler Damm) die gemeinwesenorientierte Großraumgemeinde Heerstraße-Nord.

Seit dem 1. Mai 1999 besteht die neuzeitige evangelische Kirchengemeinde zu Staaken. Sie umfasst geographisch, wie oben dargelegt, gemeinsam mit der Gemeinde Staaken-Gartenstadt das historische Staaken.

Unsere Kirchengemeinde hat als gottesdienstliche Stätten die historische Dorfkirche am Nennhauser Damm/Hauptstraße, die Zuversichtskirche am Brunsbütteler Damm 312, welche am 29. Mai 1966 eingeweiht wurde, sowie die Kirche Heerstraße-Nord im Gemeinwesenzentrum Obstallee 22E, welches im Januar 1978 eröffnet wurde.

Diese Gottesdienstorte mit ihren dazugehörigen Räumlichkeiten ermöglichen uns ein äußerst vielfältiges Leben und Arbeiten, welches wir immer neu mit den Erfordernissen unserer Gegenwart im Horizont Gottes und seiner freimachenden Botschaft abgleichen.

So legen wir sowohl einen starken Schwerpunkt auf „Kultur-Kirche-Bildung“ als auch auf gemeinwesenorientiert-diakonische Projekte wie unsere Ausgabestelle Laib&Seele, das Café Pi 8 und unsere Kirchenboutique.

Das Gemeinwesenzentrum in der Obstallee 22A-E hat seit Jahrzehnten ein besonderes Profil. Es war im Jahre 1978 die Realisierung einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Gemeinwesenverein Heerstraße-Nord e.V., dem Fördererverein Heerstraße-Nord e.V. und einer ärztlichen Praxisgemeinschaft. Heute ist dieses Gebäude das Stadtteilzentrum, welches vom Gemeinwesenverein als Mieter der Kirchengemeinde zu Staaken betrieben wird. Daneben steht das MVZ Heerstraße-Nord der Anthro-Med, direkt benachbart unserer KiTa „Regenbogen“.

In diesen und anderen vielfältigen Bezügen leben und arbeiten wir mit den BewohnerInnen Staakens. Wir versuchen mit alledem „der Stadt Bestes“ zu suchen (Jeremia 29,7), die gerade hier in Staaken in den letzten 100 Jahren durch schwere Brüche hindurch geworden ist zu dem, was sie heute darstellt.

Als Herausforderung sehen wir das Weitertragen unserer geschichtlich-kirchlichen Identität in den multikulturellen und multireligiösen Kontexten unserer Zeit.

Hier finden Sie die geschichtlichen Eckdaten zu unserer Gemeinde